Impessum Sitemap Startseite
Witwenrenten Info Berechnung Witwenrente Antrag Witwenrente Hinterbliebenenrente Halbwaisenrente Textversion

Doch Witwenrente

Auch wer nur sehr kurze Zeit verheiratet war, hat Anspruch auf Hinterbliebenenrente. Mit diesem Urteil wich das Sozialgericht Berlin(Az.S11R5359/08 erstmals vom bisherigen Grundsatz ab, wonach Kurzzeitehen als Versorgungsehen eingestuft werden, für die es keine Hinterbliebenenrente gebe. Im verhandelten Fall bekam eine 58 jährige Frau Recht, deren Ehe nur 19 Tage bestand. Das Paar lebte viele Jahre zusammen, die Scheidung des Mannes zog sich über fünf Jahre hin. Hier sei nicht von einer Versorgungsehe auszugehen, so die Richter.

Mehr Geld für Witwen Hoffnung für Tausende

Witwenrente

Schon alleine die Zahl ist erstaunlich: Fast eine halbe Million Frauen und Männer in Deutschland erhalten nicht die volle Hinterbliebenenrente nach dem Tod des Ehepartners, weil ihre eigene Rente oder ihr eigenes Einkommen zu hoch sind. Das heißt, trotz rechnerischen Rentenanspruchs wird die Rente gekürzt. Denn, und das ist eine wichtige Besonderheit der Hinterbliebenenrente: Eigenes Einkommen wird grundsätzlich auf eine Witwen- bzw. Witwerrente angerechnet. Aber, für Zehntausende Frauen und Männer gibt es jetzt Hoffnung auf mehr Geld. Denn einerseits wurden zum 1. Juli die gesetzlichen Freibeträge für die Hinterbliebenenrente erhöht. Im Westen stieg dieser Freibetrag von gut 725 Euro je Monat auf gut 741 Euro; und im Osten von etwa 643 Euro im Monat auf fast 658 Euro. Das heißt: Es wird bei eigenem Einkommen weniger von der Hinterbliebenenrente abgezogen, weil der Freibetrag höher ist. Und dies kann leicht einige zig Euro je Monat ausmachen. Schon aus diesem Grund lohnt sich für die meisten Witwen und Witwer das Neuberechnen jetzt.

Witwenrente - Finanzielle Absicherung

Der Tod eines geliebten Menschen kann niemals ein positives Ereignis sein - selbst wenn es ihn nach Jahren des Leidens von seinen Qualen erlöst. Hinter jedem Verlust eines Menschen steht in der Regel jedoch mehr, als nur dessen bloßer Fortgang aus dem Leben seiner nächsten Angehörigen erahnen lässt. Nicht selten gefährdet der Verlust auch die Existenz des Hinterbliebenen Partners.

Voraussetzungen für die Witwenrente

Zum Bezug einer Witwenrente ist gemäß § 46 SGB VI berechtigt, wer zum Zeitpunkt des Todes rechtsgültig mindestens ein Jahr verheiratet war (der Gesetzgeber stellt eingetragene Lebenspartnerschaften gleich; eheähnliche Gemeinschaften erfüllen den Tatbestand dagegen nicht!) Verstirbt der Partner binnen eines Jahres nach der Eheschließung so wird die Rente geleistet, wenn die Ehe nicht "überwiegend" (juristische Ansicht) aus versorgungstechnischen Gründen geschlossen wurde.

Ferner muss der Verstorbene laut § 50 SGB VI die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt haben. Innerhalb dieser Pflichtjahre müssen mindestens 3 Jahre Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt worden sein. Diese Regelung findet bei Rentenbezug des Verstorbenen vor dessen Tode natürlich keine Anwendung, da die Voraussetzungen als Zwangserfüllt gelten. Es wird zwischen der kleinen und großen Witwenrente unterschieden. Hat der überlebende Ehepartner bereits das 47.Lebensjahr vollendet (siehe Steigerungstabelle gemäß § 242a SGB VI), ist Erwerbsgemindert oder hat Kinder die das 18.Lebensjahr noch nicht vollendet haben, so wird eine große Witwenrente ausgezahlt.

Die Bemessung erfolgt in Höhe von 55 Prozent (25 Prozent bei der kleinen Rente auf 24 Monate) der fiktiven vollen Erwerbsminderungsrente des Verstorbenen. Achtung! Die volle Erwerbsminderungsrente beträgt pauschal lediglich 34 Prozent des letzten Bruttoeinkommens des Verstorben.

Witwenrente Freibeträge

Unter einem Freibetrag versteht der Gesetzgeber eine Grenze unter der keine Versteuerung bzw. Anrechnung der Einkommen stattfindet. Im Falle der Witwenrente sind nach §97 Abs.2 SBG VI folgende Kenngrößen festgelegt:

97 Abs.2 SBG VI

  • bei Witwenrenten, Witwerrenten oder Erziehungsrenten das 26,4fache des aktuellen Rentenwerts
  • bei Waisenrenten das 17,6fache des aktuellen Rentenwerts

Freibeträge - Rentenwerte

Die Höhe der Rentenwerte belaufen sich aktuell im Westen 28,07 Euro, während im Osten 24,92 Euro festgelegt wurden. Aus der Multiplikation dieser Werte bestätigen sich die Angaben der Deutschen Rechenversicherung, wonach sich die aktuelle Höhe der Freibeträge auf 725,21 Euro (West) und 643,37 Euro (Ost) der Gesamt-Nettoeinkünfte beziffern. Diese Gesamtsumme wiederum wird durch den Rentenversicherungsträger anhand der Bruttoeinnahmen nebst Pauschalabzügen (40 Prozent) errechnet.

Übersteigen die Einnahmen den gültigen Freibetrag, wird dieser von der Summe der Gesamteinkünfte abgezogen. Auf die verbleibende Restsumme erhebt der Träger eine Pauschalsteuer in Höhe von 40 Prozent. Die weitere Berücksichtigung der gesetzlichen Vorschriften nach § 97 Abs. 2 SGB VI lässt erkennen, dass die Freigrenze für jedes waisenrentenberechtigte Kind derzeit in West und Ost um 139,55 Euro angehoben wird (das entspricht dem 5,6-fachen des Rentenwertes).

Hinzuverdienst

Ein Hinzuverdienst ist jederzeit innerhalb der Freibeträge möglich, ohne das eine Überhangbesteuerung angewendet wird. Innerhalb der ersten drei "Kalendermonate" verzichtet der Gesetzgeber auf jegliche Anrechnung (juristisches "Sterbevierteljahr"). In dieser Zeitspanne kann der Hinterbliebene auch binnen 30 Tagen nach dem Tod einen Vorschuss beantragen. Dies gilt gleichzeitig als Antrag auf die Witwenrente! Nicht als Verdienst zählen steuerfreie Zuflüsse aus Arbeitslosengeld II (Harz IV), Erwerbsminderung, Sozialhilfe oder Altersvorsorge- und Riesterverträgen.

Achtung! Altersvorsorgeverträge gelten nur dann als steuerfrei, wenn sie vor 2005 abgeschlossen wurden und die Kriterien erfüllen. Hat der Verstorbene Waisen hinterlassen, können diese unbegrenzt hinzuverdienen, solange sie das 18.Lebensjahr noch nicht vollendet, haben. Es ist also ein probates Mittel für eine Witwe mit Waisen das Haushaltseinkommen aufzubessern, wenn der Freibetrag bereits ausgereizt wurde. Die Kinderarbeitsschutzgesetze sind unbedingt zu beachten!

Witwenrente Besteuerung

Wie bereits erwähnt, wird der sich ergebende Überhang der Einkünfte nach Abzug der Freibeträge pauschal mit 40 Prozent versteuert (mit Ablauf des Sterbevierteljahrs) - so die gegenwärtige Lage. Die Sachlage wirkt sich unter Umständen auch auf die Zukunft aus. Genau genommen betrug die große Witwenrente vor der Reform 60 statt der jetzt gültigen 55 Prozent. Zum Ausgleich der finanziellen Einbußen sieht der Gesetzgeber künftig einen dynamischen Zuschlag auf die persönlichen Entgeltpunkte des Hinterbliebenen vor, wenn dieser Kinder erzieht bzw. erzogen hat. Dieser Umstand begünstigt in erster Linie den Staat.

Ein Blick auf die demografischen Zahlen zeigt, dass die Zahl der Ehen abnimmt, die relative Zahl der kinderlosen Ehen dagegen drastisch zugenommen hat. Diesen Trend nutzt der Gesetzgeber zur Hebelwirkung, um damit versteckte Einsparungen vorzunehmen. Indirekt ist es als eine erziehende Maßnahme zu werten, um kinderlosen Ehepaaren einen Anreiz zu bieten Kinder zu bekommen. Bezieht der Hinterbliebene bereits Altersrente, werden für den Beitrag zur Kranken und Pflegever­sicherung sowie für eine eventuelle Steuerbelastung pauschal 13 Prozent abgezogen (14 Prozent bei Beginn nach dem 31.Dezember 2010).

Ähnlich sieht dies bei kurzfristigem Erwerbsersatzeinkommen aus (dazu zählen Kranken- oder Arbeitslosengeld). Erhebt die Kasse einen Zusatzbeitrag, werden weitere 10 Prozent pauschal abgezogen. Eine Alternative kann das Rentensplitting sein. Der Hinterbliebene verzichtet auf seinen künftigen Anspruch auf Witwenrente, zugunsten des Erwerbs eigener Rentenansprüche (Übergang vom Verstorbenen auf den Partner), die nicht den o.g. Besteuerungsgrundlagen unterliegen.

Witwenrente am Beispiel:

Der Verstorbene hinterlässt eine Frau und zwei minderjährige Kinder, welche alle in Berlin leben. Ihr Grundfreibetrag hat somit eine Höhe von 643,37 Euro zzgl. der Waisenpauschalen in Höhe von 307,66 Euro. In Summe also 951,03 Euro. Seine Frau verdient 2416,66 Euro brutto. Davon werden pauschal 40 Prozent abgezogen, was 1450 Euro netto entspräche, ergo ergibt sich ein Überhang in Höhe von 448,97 Euro. Auf diese werden nun die 40 Prozent angewandt, was 179,59 Euro entspricht. Das bedeutet, dass der Anspruch auf Witwenrente um diesen Wert gemindert wird.

Angenommen der Verstorbene hatte einen Verdienst von 2800 Euro brutto. Es bestünde ein pauschaler Anspruch wegen voller Erwerbsminderung in Höhe von 952 Euro. Da die Voraussetzungen für eine große Witwenrente erfüllt sind, bestünde auf diesen Wert ein Anspruch von 55 Prozent, also 523,60 Euro abzgl. der 179,59 Euro. Der Witwe stünde eine pauschale Witwenrente von 344,01 Euro zu. Da den Kindern eine Halbwaisenrente zustünde, erhöht sich dieser Rentenwert natürlich indirekt, weil das Geld primär den Kindern zustünde. In der Praxis wird dies üblicherweise direkt für die Kindererziehung genutzt.

Witwenrente Überblick

Witwenrenten Info Bei den Witwen- und Witwerrenten ist zu unterscheiden, ob es sich um eine Leistung handelt, auf die das alte oder das neue Hinterbliebenenrecht anzuwenden ist. Die Frage des anzunehmenden Rechts is...

Berechnung Witwenrente Grundsätzlich ist die Berechnung einer Rente relativ einfach. Grundlage ist die Rentenformel: monatliche Rente = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x aktueller Rentenwert (bzw. aktueller Rentenwert Ost)...

Antrag Witwenrente Antrag Witwenrente Um Verzögerungen zu vermeiden, sollte der Antrag beim zuständigen Rentenversicherungsträger gestellt werden. In allen größeren Städten gibt es sogenannte Auskunfts- und Beratungs...

Hinterbliebenenrente Hinterbliebenenrente Bei der Hinterbliebenenrente hat der überlebende Ehegatte, sein eingetragener Lebenspartner oder die überlebenden Kinder eines verstorbenen Versicherten nicht selbst durch Beit...

Halbwaisenrente Kinder haben bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Anspruch auf Halbwaisenrente, wenn sie noch einen unterhaltspflichtigen Elternteil haben und wenn der verstorbene Elternteil die allgemeinen War...